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Aus einem alten Buch
Jahreskalender für Kaninchenzüchter
In dem Buch „Praktische Kaninchenzucht“ aus dem Jahre 1899 haben wir folgenden Artikel
gefunden. Viele Tips treffen auch heute noch zu.
Januar
Der Januar bringt dem Kaninchenzüchter verhältnismäßig wenig Arbeit. Die Zucht ruht im
Allgemeinen, junge Tiere und Häsinnen mit Jungen gibt es nur vereinzelt; zumeist bilden zum
Frühjahr zuchtfähig werdende Tiere den Hauptbestand. Die Ställe sind gut trocken und vor
Zugluft zu halten; reichlich gute und weiche Streu (Haferstroh) muss immer genügend
vorhanden sein. Die Ställe brauchen nicht so oft wie während des Sommers gereinigt werden,
man streut dafür öfters nach Bedarf nach.
Als Futter reicht man gutes Heu, Möhren, Rüben, Blumenkohlfutter, doch ist Streng darauf zu
achten, dass das Futter dem Tieren nicht in gefrorenem Zustand gereicht wird, da sonst
Todesfälle unter dem Bestand unausbleiblich sind. Ein gut genährtes und gesättigtes Kaninchen
verträgt ganz gut große Kälte. Abends füttere man ein gutes Kraftfutter.
Februar
Für diesen Monat gilt das gleiche wie für den Januar. Manche Züchter lassen die Häsinnen von
Mitte dieses Monats an decken, um zeitige Frühjahrsjunge zu erhalten. Die Kaninchen
beginnen im Februar ihr Winterkleid abzulegen, und darf der Züchter dieselben nicht früher zur
Zucht benutzen, bis die Haarung völlig beendet ist, da sonst die Jungen im Fell schlecht
werden. Während des Haarwechsels sind die Tiere sorgfältig vor Erkältung zu schützen. Zur
Beförderung der Haarung erweist sich eine geringe Beigabe von frisch gemahlenen Leinsamen.
Zuchtrammler sind von jetzt ab besonders kräftig zu füttern.
März
Zu diesem Monat beginnt die eigentliche Zucht. Die Ställe sind gründlich zu reinigen und zu
desinfizieren. Tragenden Häsinnen ist genügend Material (weiches Stroh) zu geben. Die im
März geborenen Jungen werden von den Züchtern als die wertvollsten betrachtet. Auf die
Fütterung bei den säugenden Häsinnen ist besondere Sorgfalt zu verwenden. Im Februar bis
April finden gewöhnlich eine große Anzahl Ausstellungen statt. Es empfiehlt sich,
Zuchthäsinnen erst decken zu lassen, wenn sie von der Ausstellung zurück sind und einige
Tage die gewohnte Ruhe und Ordnung wieder genossen haben, da sonst den Tieren auf den
Ausstellungen leicht Schaden zugefügt werden könnte.
April
Die Zucht ist in vollem Gange. Im April gibt es hier und da etwas frisches Grünfutter, doch sei
man mit dessen Verabreichung sehr vorsichtig und gebe anfänglich nur kleine Mengen davon,
ebenso muss auch stets genügend Heu zugleich mit verfüttert werden. Das Grünfutter muss
trocken, d.h. nicht vom Regen oder Tau befeuchtet sein. Die Ställe müssen jetzt wöchentlich
gereinigt werden. Jungtiere sind bei naßkalter Witterung noch etwas warm zu halten und deren
Ställe sind stets mit reichlich trockener Streu zu versehen und müssen möglichst geräumig
sein, um den Tieren viel Gelegenheit zu freier Bewegung zu bieten. Es hat sich bewährt, in den
Ställen 12-16 cm hohe Querbretter einzuschieben, um den Jungen Gelegenheit zu geben, sich
auszuarbeiten.
Mai
Nach und nach gehe man zur Grünfütterung und Hauptfütterung über. Besonders wertvoll und
nahrhaft, zumal für säugende Häsinnen, sind die Blumen und Blätter des Löwenzahnes.
Daneben gebe man stets gutes Heu, Brot und Hafer. Die ersten Würfe müssen nach den
Geschlechtern getrennt werden, den Jungtieren gebe man große Ställe, damit sie genügend
Auslauf haben. Bei der Entwöhnung der Jungtiere von der Mutter verfahre man vorsichtig und
nehme nicht sämtliche Junge auf einmal fort, um dem Muttertier nicht Milchbeschwerden zu
verursachen. Entwöhnten Jungtieren ist reichlich gutes Heu und Hafer, daneben vorsichtig
Grünfutter zu reichen. Zuchtrammler sind nicht zu sehr in Anspruch zu nehmen, bei zu großer
Ausnutzung können keine kräftigen Jungen gezeugt werden, mehr wie zwei Häsinnen in der
Woche soll ein Zuchtrammler nur ausnahmsweise decken.
Juni
In der nun beginnenden heißen Jahreszeit ist es vor allen Dingen nötig, die Ställe fortwährend
gründlich sauber zu halten. Um entstehendes Ungeziefer fernzuhalten, können die Käfige ab
und zu mit Kalk ausgeweißt werden. Man sorge auch dafür, dass Licht und Luft zu den Ställen
ungehindert Zutritt haben, eine Überfüllung der Ställe ist zu vermeiden. Anfang Juni beginnt
der Schnitt des Klees, der ein sehr empfehlenswertes Grünfutter für die Kaninchen ist, man
hüte sich jedoch, den Kaninchen, zumal den Jungtieren, zu große Mengen auf einmal zu geben,
da der junge Klee zu hitzig ist und Blähungen verursacht, die den Tod herbeiführen können.
Juli
Die Arbeiten sind dieselben wie im Juni. Peinliche Sauberkeit muss in den Ställen und in den
Futtergeschirren herrschen, letztere sind nach jeder Mahlzeit auszuwaschen und etwaige
Futterreste aus den Ställen zu entfernen. Für den Winter sammle man blättriges, gutes Heu.
Man halte nie zuviel Tiere in ein und demselben Raume, da sonst bei heißer Witterung die Luft
in überfülltem Stalle für die Tiere nicht zuträglich wird, man denke immer daran, dass, je
geräumiger und luftiger der Käfig ist, wohlverstanden ohne Zugluft, um so wohler sich die
Tiere fühlen, sei es im Sommer oder im Winter. Häsinnen, die einen zahlreichen Wurf
aufziehen, ist möglichst ein Doppelstall anzuweisen. Man versäume nicht, den Kaninchen
regelmäßig frische und im Winter trockene Baumzweige zum Abnagen zu geben und
berücksichtige auf diese Weise deren Nagebedürfnis.
August
Für August gilt dasselbe wie für Juli. Die meisten Züchter lassen ihre Häsinnen Ende dieses
Monats zum letzten Male decken, da sonst die Würfe zu nahe gegen den Winter kommen.
Manche Züchter werden beobachten können, dass selbst sonst gute Zuchthäsinnen gegen
Ende dieses Monats die Annahme des Rammlers verweigern oder aber erfolglos gedeckt
werden. Diese Erscheinung hängt jedenfalls mit dem nunmehr bald beginnenden Haarwechsel
zusammen, und es ist deshalb besser, durch Verabreichung entsprechenden kräftigen Futters
(auch Leinsamen) die Haarung zu beschleunigen und lieber noch einen späteren Wurf Junge zu
ziehen, als dass man sich der Gefahr aussetzt, die Häsin während der Trächtigkeit in die
Haarung kommen zu lassen. Beim Versand von Tieren mit der Bahn sind Kisten mit reichlicher
Luftzufuhr zu wählen; in dicht verschlossenen Behältern liegt die Gefahr des Erstickens der
Tiere sehr nahe. Den Tieren gebe man ab und zu etwas Fallobst, welches jetzt vielfach
vorhanden ist.
September
Im September beginnt wieder die Zeit der Haarung, die Kaninchen verlieren ihren Sommerpelz
und erhalten ihr Winterfell. Es ist ihnen daher zu dieser Zeit besondere Beachtung zu schenken
und kräftiges Futter zu reichen. Zur Zucht sind Tiere, die sich in der Haarung befinden, nicht
mehr zu verwenden. Die Jungen aus den ersten Würfen halte man streng getrennt, um den
Geschlechtstrieb in ihnen nicht zu frühzeitig zu erwecken. Das Grünfutter wird allmählich
seltener und verliert an Nährgehalt, dafür werden Rüben geerntet und für den Winterbedarf
gesammelt, auch denke daran, den Vorrat an Kartoffeln einzutun.
Oktober
Der Kaninchenzüchter richte sich nun immer nach und nach schon auf den kommenden Winter
ein. Man reiche den Tieren am Abend nun wieder ein warmes Kraftfutter. Man lege sich am
besten einfache Strohmatten, alte Teppiche oder Sackzeug zurecht, um die Nutzenställe bei
etwaigem starkem Frost schützen zu können, doch sorge man stets für die genügende
Luftzufuhr. Bekanntlich können Kaninchen viel Kälte vertragen, aber für Zugluft und feuchten
Stall sind sie empfindlich. Alle überzähligen Tiere werden verkauft oder allmählich
geschlachtet, da der Unterhalt für Futter usw. im Winter teuerer als im Sommer ist. Die
Häsinnen sind nur im Ausnahmefall zur Zucht zu verwenden, man gewähre ihnen nun eine
längere Ruhepause, dabei ist darauf zu achten, dass die Zuchthäsinnen nicht zu fett werden,
die Fütterung ist entsprechend einzurichten. Die im Frühjahr geborenen Jungtiere eignen sich
dazu, auf den nun beginnenden Ausstellungen gezeigt zu werden, da viele Züchter auf den
Herbst-Ausstellungen Zuchtmaterial für das kommende Frühjahr anzukaufen suchen.
November
Die Kaninchen sind in gut geschützten, dabei aber genügend gelüfteten Ställen zu halten,
damit Kälte und Feuchtigkeit nicht eindringen können. Eine zweimalige tägliche Fütterung ist
ausreichend, die Abendfütterung ist am reichlichsten zu gestalten. Die gründliche Reinigung
der Ställe kann nunmehr wieder alle zwei Wochen geschehen, viel trockene Streu soll immer
den Tieren zur Verfügung stehen. Bei ausschließlicher Trockenfütterung empfiehlt sich die
Verabreichung von nicht zu kaltem Trinkwasser einmal des Tages.
Dezember
Gefrorenes Futter ist unter keinen Umständen zu verabreichen. Die zum Schlachten
bestimmten Kaninchen sind tagsüber häufig zu füttern und gibt man ihnen unter das Futter
aromatische Kräuter, wie Salbei, Rosmarin, Thymian, Fenchel, Pfefferminze, um den Appetit
immer rege zu halten. Bei andauernder Trockenfütterung ist dem Kaninchen täglich einmal
nicht zu kaltes Trinkwasser vorzusetzen, welches aber wieder entfernt wird, sobald die Tiere
ihren Durst gestillt haben. Die Felle der geschlachteten Kaninchen sind jetzt am dichtesten und
daher am wertvollsten, müssen also zweckentsprechend aufgehoben und zum Verarbeiten
weitergegeben werden.
 

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